Die Orientalischen                                      Zurück
Rollertauben        


Wie schon der Name sagt, stammt der Orientalische Roller aus dem Orient, Persien, Türkei, Griechenland, sowie den Gebieten des Mittelländischen und Schwarzen Meeres. Er wurde bei uns und in Europa ca.1870 eingeführt. Charakteristisch für ihn ist das Rollen. Typisch für diesen Roller ist seine Schwanzhaltung. Der Schwanz wird angehoben getragen, die Schwingen hängen leicht nach unten und berühren nicht den Boden. Somit ist dieser Roller, auf dem Dach sitzend als solcher schon dort zu erkennen! Auch fehlt diesem Roller die Bürzeldrüse. Um aus guten Rollern noch bessere zu erzüchten, paarte man sie ohne auf ihre Gefiederfarbe zu achten. Daher ist ihre große Vielfarbigkeit zu erklären. Sie kommen wirklich in allen Taubenfarben vor. Man kann sich das gar nicht vorstellen, wie viele Farbkombinationen sich da entwickelt haben. Hat sich der Roller heute auch zu einer der beliebtesten Ausstellungstauben entwickelt, so haben wir doch immer noch einige Züchter, die diesen erstklassigen Hochflieger und Luftkünstler, seiner Leistung wegen züchten und fliegen. 
Auch bei dem Orientalischen Roller haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Zuchtlinien gebildet. In einigen Linien werden noch Tauben geflogen die noch erstklassige Hochflieger sind. Dabei steigen die Tauben sehr schnell bis in die obere Flughöhe, um dann auch mal für eine gewisse Zeit, unsichtbar zu verschwinden. Es wurden schon Flugzeiten von weit über sechs Stunden dabei erreicht! Man kann hier natürlich nicht erwarten das die Tauben dabei auch noch laufend rollen.Trotzdem zeigt der  Orientalische Roller auch hier sein großes Können, mit gutem nach hinten Abrollen, dem Mühle drehen, dem Kippen , Wenden und Drehen.                          
In anderen Zuchten werden  die Orient-Roller als intensiv Roller gezüchtet. Hier steigen die Roller meistens bis in die untere mittlere Höhe, um hier sehr gut im Stich zu fliegen.In dieser Höhe kann man die einzelnen Flugfiguren sehr gut betrachten, und es ist einfach spannend anzusehen,wenn die Roller hier fast gleichzeitig ständig rollen.Fängt eine Taube mit dem Rollen an, folgt meist sofort die nächste usw.Dabei rollen die Tauben dann fast pausenlos! Sie rollen dabei nicht nur nach hinten mehrfach ab, sondern lassen noch einige schnelle Mühlen folgen. Ihre Flugfiguren sind dabei sehr variantenreich und in dieser Höhe gut zu betrachten. Das dieses ständige, pausenlose Rollen natürlich für die Tauben sehr anstrengend ist, läßt sich denken, somit ist die Flugzeit hier natürlich auch kürzer.Der Altmeister der Züchter des Orientalischen Rollers, Peter Freisberg, beschrieb die Roll- und Flugleistung schon 1939 als außergewöhnlich und nannte ihn auf Grund seiner vielseitigen und einzigartigen Flugfiguren damals, als den                                                                                                                 König unter der Rollertauben.


Erstklassige Orientalische Roller von Sportfreund Günter Erkens, Mönchengladbach
aus den Jahren 1970 bis 1971

   

Erklärung der abgebildeten Flugfiguren

  1. Schwebende Taube
  2. Bei kräftigen Flügelschlägen sprungweise aufsteigende Taube
  3. Mit beinahe über dem Rücken zusammengelegten Flügeln sich senkend
  4. Aufstellende Taube
  5. Purzelnde Taube (ein bis zwei Überschläge zählbar, sind die Überschläge nicht mehr zählbar, handelt es sich um nach hinten abrollende Tauben)
  6. Rollende Taube (Seitwärtsrollen)
  7. Kreiselnde Taube (Mühledrehen)
  8. Nach Rollen durch energische Flügelstöße aufsteigende Taube
  9. Nach blitzschneller Kehrtwendung in entgegen gesetzter Richtung weiterfliegend (von oben gesehen)

Unten rechts:
Kombinierter Flug: Links zusammengesetzt aus den Figuren 6,7 und 8, rechts aus längerem Rollen nach Figur 6 und 1.

Zeichnungen von Peter Freisberg entworfen.

Wie nun die Flugbilder des Einzeltieres recht verschiedenartig sind, so erst besonders diejenigen eines Trupps dieser Taube. Es herrscht dort unausgesetzte Bewegung, dauernde, Abwechslung der einzelnen Situationen; es ist ein fortgesetztes Auf und Nieder und oft ein Durch- und Übereinanderwirbeln, dass es unmöglich ist, auch nur einen dieser vielen Luftakrobaten im Auge behalten zu können. Gelingt es nun auch noch dem Züchter, einen möglichst bunten Stamm zusammenzustellen, so erhält man je nach Witterungs- und Beleuchtungsverhältnissen oft Bilder von Schönheit und übermütiger Lebensfreude , die von dem Schatten der ermüdenden Eintönigkeit nie berührt werden.
Peter Freisberg, Hamborn 1938

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